props.co

 all photos by gabriele sturm

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 © gabriele sturm

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http://www.props.co.at

Das Archiv der Alltagskultur - mit Schätzen aus dem Biedermeier bis heute - befindet sich mit props.co seit 2005 am Geländes des Nordwestbahnhofs und ist damit der größte Requisitenfundus der Filmbranche Österreichs.

Sechs österreichische Requisiteure, Ausstatter und Szenenbildner haben Props.co vor 12 Jahren als gemeinnützigen Verein gegründet und ihre persönlichen Sammlungen zusammengelegt. Diese bestehen aus zusammengetragenen Einrichtungsgegenständen und Accessoires der letzten 40 Jahre.

„Es gibt keine Highlights, keinen Cezanne. Leider. Dann wären wir aus dem Schneider.“ ZitatPeter Ecker. Die props.co-Pioniere bemühen sich außerdem nachhaltig um die Verjüngung des Vereines, mittlerweile sind es acht Vereinsmitglieder: Peter Ecker, Thomas Vögel, Johannes Slapa, Andreas Djerdjev, Martin Stattler, Phillip Juda, Bernhard Klinger und Christian Haizinger.

Mitte der 70er Jahre kam der österreichische Film wieder auf die Beine. Viele junge RegisseureInnen drehten sozialkritische Filme , aber es bestand damals in Wien kaum eine filmische Infrastruktur, vor allem im Bereich der Ausstattung und Requisiten und vor allem in den meisten Bereichen der Alltagskultur - abgesehen von den "Sisi- & Hans Moser-Requisiten" in der Wien-Film.

Die Gründer sind aufgrund ihrer langjährigen Vernetzung bestens informiertund tätigen immer wieder Käufe für ihre jeweiligen Projekte. Genauso gab es Schenkungen und das Lager ist mittlerweile randvoll.

Die Gründer des Filmrequisitenverleihes selbst haben nichts davon. Sie sind Kunden im eigenen Unternehmen. „Sonst kann man es sich nicht leisten.

Wir werden oft gefragt – warum tun Sie sich das an? Es gibt einen Grund – es soll weiterexistieren und den Filschaffenden zur Verfügung stehen.

Das Lager am Nordwestbahnhof umfasst cirka 3.500 m2. Drei Geschoße sind bis an die Decke mit Gegenständen gefüllt. Radios, Regenschirme, Stoffe, Kissen, Wandschmuck, Badezimmerutensilien usw. aus verschiedensten Zeiten und Lebenswelten bieten für Requisiteure/innen, Bühnenbildner/innen eine kaum zu fassende Vielfalt an Details.  Das Archiv gibt ein beeindruckendes Abbild historischer Alltagskulturen und Geschichtsbewußtsein.

Wie läuft es ab? Organisationsform?

Nicht Profit orientiert.

Es sind hauptsächlich Film Projekte. Filmstudenten/innen bekommen die Ausstattung günstiger.

Der Ausstatter oder Requisiteur kommt meistens selbst und sucht aus. Die Hauptarbeit hier ist die Dokumentation der ausgeliehenen Dinge.  Wenn sie dann retour kommen, werden sie auf Schäden angeschaut, wird die Liste bearbeitet und wird durchgestrichen.

Das schwierige ist das Begriffe finden – die Zuordnungist oft schwierig. Schaffel oder Bottich oder Behälter. Jeder benennt es anders.

Die Listen sind das um und auf der Abwicklung. Die meiste Arbeit findet am großen hölzernen Packtisch statt.

Die Bananenschachteln, nach denen ich frage, weil sie hier angestapelt stehen, sind sehr wichtig. Mit denen arbeitet das Team am liebsten, weil man sie so schön stapeln kann und sie stabil sind.

Jenseits der Bananenschachteln sind noch das Klebeband und der Einkaufswagen zum Transportieren, Edding, Kugelschreiber, Rechner und Handy die wesentlichen Tools.

Die Organisation beruht auf einem System – daß die Dinge wieder dort landen wo sie herausgenommen wurden.

Der Lieferschein wird per Email verschickt.

Das Hauptgeschäft läuft Frühling, Sommer und Herbst, denn da werden die meisten Filme gedreht.

 

Peter Ecker ist der Obmann von props.co Verein Film Theater & Co | Requisiten | Filmrequisiten undarbeitete an über 100 Filmprojekten u.a. mit Regisseuren wie Axel Corti, Michael Haneke, Xaver Schwarzenberger, ... Er engagierte sich sehr für die Qualität des österreichischen Films.

Die Lagermanagerin Marlene Plöckinger ist seit Anbeginn im Team und ist gelernte Bankkauffrau. Weiters gibt es noch vier Angestellte, die geringfügig, in Teilzeit oder Vollzeit angemeldet arbeitn und gemeinsam die Lagerarbeit bewältigen.